Leserbrief Veronika Schagemann,Theresienthal 25.08.12

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Leserbrief Veronika Schagemann,Theresienthal 25.08.12

Beitragvon Admin » 31. Aug 2012, 10:26

"Ein Stück Zwieseler Stadtgeschichte"

Das Jugendcafé ist nicht so leicht zu ersetzen, das sind keine austauschbaren 60 Quadratmeter, es ist überhaupt nicht nur ein Raum, sondern ein Stück Zwieseler Stadtgeschichte und für nicht wenige Leute Ort der Identifikation, der mit regionaler Identität zu tun hat. Allein die gewölbte Decke, an der Plakate aus den letzten fast 30 Jahren Kaff- und Musikgeschichte kleben, ist für uns Alte Nostalgie, für die Jungen eine Tradition, die sie fortführen, insgesamt aber etwas wie ein zeitgeschichtliches Dokument: Alle regionalen Bands, die’s im Zwieseler Winkel die letzten 30 Jahre gab, Bands von überallher, die teils zu Kultbands avanciert sind.

 Die Zugehörigkeit zum Kaff verbindet inzwischen Generationen, was nicht nur die "Veteranentreffen" am Vorweihnachtstag beweisen. Da ist nichts Übergestülptes, von oben her Organisiertes, sondern hier lernt man als junger Mensch Eigeninitiative zu entwickeln, jeder für sich und im Team. So manche Mutter traut ihren Augen kaum ob des Arbeitseifers ihres Sprösslings und das geht vom verantwortungsvollen Thekendienst bis hin zum lästigen Putzen.

 Über 50000 ehrenamtliche Renovierungsstunden stecken in dem Bau (...). 150 000 Euro Vereins- und öffentliche Gelder sind hauptsächlich für Material ausgegeben worden. Der Ort ist zentral, zu Fuß zu erreichen und doch gibt es einen Außenbereich sogar mit Lagerfeuerstelle, da sind Bowlderraum, Musikproberaum und das verträgt sich auch noch mit den Nachbarn! Ein Ort, sich zu treffen ohne Konsumzwang, sich auszutauschen, Ort zum Diskutieren, Kickern, Spielen, Pläne schmieden, Ort der Begegnung und der Verantwortung statt Vereinsamung vorm Computer. Der Jugendcafé-Leiter ist Ansprechpartner bei Problemen.

 (...) Dass man gemeinsam auch Größeres stemmen kann, bewies das diesjährige Seifenkistenrennen, bei dem die Jugendlichen auch andere Organisationen ins Boot holten. Momentan ist ein Teil der Jugendlichen bei einem Austausch in einer Nationalparkregion in Venezuela, wo sie mit einem einfachen Leben ohne unsere Standards konfrontiert werden.  Dass ihnen in der Zwischenzeit ihr "Heimathafen" zerstört wird, ist hoffentlich noch nicht beschlossene Sache.

 Der vorgelagerte alte Pfarrhof würde sich doch hervorragend für eine der aus München angeblich demnächst ausgelagerten Behörden eignen. Und für Kliniken hätte Zwiesel ja noch einige andere Immobilien anzubieten. Schade finde ich am Vorgehen der Caritas, die die Immobilie verkaufen möchte, dass die Belange der Jugendlichen scheinbar nicht mal einen Info-Anruf wert waren.

Veronika Schagemann,Theresienthal
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